Als Chiropraktiker habe ich in meiner Praxis regelmäßig mit Skoliose zu tun. Von hinten betrachtet verläuft die Wirbelsäule normalerweise als gerade, vertikale Linie. Bei einer Skoliose handelt es sich um eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule, die zu einem Ungleichgewicht zwischen Kopf, Schultern und Hüften führt. Bei den meisten Menschen mit Skoliose sind sichtbare Veränderungen zu erkennen, wobei ungleiche Schulterhöhen und ein asymmetrischer Brustkorb am häufigsten vorkommen. Oft wird behauptet, dass eine individuelle Anpassung an eine weiche Tragehilfe (SSC), wie beispielsweise ein Ergobaby, nicht möglich sei. Das stimmt schlichtweg nicht. An einem SSC lassen sich zahlreiche Anpassungen vornehmen, um ein ausgewogenes Tragen zu ermöglichen. Bei Menschen mit Skoliose kann dies allerdings bedeuten, dass die Passform asymmetrisch erscheint, wenn man ausschließlich die Trage betrachtet.
So erzielen Sie bei einer Skoliose die bequemste Passform in einem SSC:
Nehmen Sie Ihr Kind zunächst auf den Arm und suchen Sie die Stelle auf Ihrer Brust, die für Sie am angenehmsten ist. Die Stelle, an der Sie sich am ausgeglichensten fühlen. Diese Stelle hängt von der Art, der Richtung und dem Schweregrad Ihrer Wirbelsäulenverkrümmung ab. Merken Sie sich diese Stelle!
- Legen Sie das Kind wieder hin.
- Heben Sie die Tragehilfe an und schnallen Sie den Hüftgurt so um Ihren Körper, dass er direkt unterhalb der Stelle sitzt, an der sich gerade noch das Gesäß des Kindes befand.
- Nehmen Sie das Kind wieder auf den Arm und legen Sie die Tragehilfe bei Ihnen beiden an.
- Ziehen Sie die Trageplatte nach oben, legen Sie die Gurte über die Schultern und schließen Sie dann den Brustverschluss.
- Ziehen Sie die Gurte noch nicht fest.
- Halten Sie das Kind und die Tragehilfe an sich gedrückt, denken Sie an die Stelle, an der es am bequemsten war, und verschieben Sie das Kind und die Tragehilfe gegebenenfalls.
- Halten Sie das Kind und die Trage weiterhin fest und ziehen Sie die Gurte nacheinander fest. Denken Sie daran, dass die Gurte beim Festziehen möglicherweise nicht ganz gleichmäßig sind, sich aber dennoch ausgewogen anfühlen.
- Überprüfen Sie abschließend, ob die Sicherheitsanforderungen beim Tragen des Babys in der Endposition erfüllt sind – die Atemwege des Babys sind frei, die Atmung kann beobachtet werden und das Baby ist nah genug, damit der Träger es küssen kann.
Aufgrund von Asymmetrien, die durch eine Skoliose bedingt sind, können die Einstellungen ungleichmäßig ausfallen. Die Form Ihres Körpers erfordert Anpassungen, die bei jemandem mit einer geraden Wirbelsäule nicht notwendig sind. Manche empfinden es vielleicht als bequemer, das Kind etwas außerhalb der Mitte zu tragen. Dies kann Ihrem Gleichgewicht zugutekommen und dem Kind ein angenehmeres Trageerlebnis bieten. Das ist völlig in Ordnung! Es gibt keine Regel, die besagt, dass ein SSC beim Tragen in der Frontposition genau in der Körpermitte sitzen muss. Denken Sie daran: Es gibt keinen Grund, warum Sie mit einem Soft-Structured-Carrier keine individuelle Passform erzielen können. Sie sollten eher auf eine ausgewogene Passform als auf eine symmetrische Einstellung des Tragesitzes achten. Achten Sie außerdem auf Ihren Körper und denken Sie daran, dass die Muskeln einer Trägerin mit Skoliose schneller ermüden können als die einer Person ohne Skoliose.
Wie immer sollten Sie sich bitte mit Ihrem Arzt beraten, wenn Sie derzeit in ärztlicher Behandlung sind.